Urlaub auf Spitzbergen

Sonntag, 29. Juli 2007

Tagestour Trollsteinen

Seitdem in Longyearbyen Kohle nur noch zur Versorgung der Stadt selbst abgebaut wird, leben die Einwohner hauptsächlich vom Tourismus. Gleich mehrere Reiseveranstalter gibt es vor Ort und die Touristen können aus einem breiten Angebot wählen - Stadtbesichtigungen, Bootstouren, Gletscherwanderungen, Vögelbeobachtung, Tageswanderungen, Fossiliensammeln, Kayak-Fahren im Fjord und einiges mehr. Die von den Einwohnern mit Schauergeschichten gepflegte Angst der Touristen vor den Eisbären trägt natürlich ihr übriges dazu bei, die geführten Wanderungen populär zu machen.

So auch also wir am Sonntag - zu einer Wanderung auf den 850 m hohen Trollsteinen. Um 10 Uhr treffen wir uns mit unserer Führerin, einer sehr netten Studentin, und ihrem Hund im südlichen Stadtteil von Longyearbyen. Die Gruppe besteht aus einem finnischen, einem schwedischen und einem schwedisch-norwegischen Ehepaar und uns. Alle waren sehr nett und wenn man sich gut unterhält geht die Zeit nur um so schneller vorbei.

Das Wetter war aber leider nicht das beste heute. Leichter Regen und bewölkt, aber Skandinavier lassen sich von so etwas natürlich nicht abhalten. Und so ging es gleich über die Bäche, die das Schmelzwasser des Larsgletschers abtransportieren. Gute Schuhe sind alles in Spitzbergen. Der Zeitpunkt für unseren Urlaub war gut gewählt, da der meiste Schnee schon geschmolzen war. Wenn die oberen Zentimeter von Permafrostboden auftauen ist der Boden aber immer sehr matschig. Über die Moränen des Gletschers haben wir schnell an Höhe gewonnen. Der Larsgletscher, der auf etwa 500 m Höhe liegt, ist einer der beiden Gletscher, die ins Longyearbyen-Tal münden und so über der Stadt thronen.

Beide Gletscher haben keine tiefen Spalten, so daß man ohne Seil über sie gehen kann. Es fühlt sich so an wie wenn man über eine Glasscheibe geht, unter dem Boden hört man das Wasser rauschen. Die Schmelzwasserkanäle an den Seiten des Gletschers sehen genauso aus wie Bob-Bahnhen. Auf der anderen Seite machen wir eine Tee- und Kekspause und warten auf besseres Wetter. Wir sind knapp unter der Wolkendecke angekommen und der Trollsteinen liegt in dichtem Nebel. Trotzdem wollen wir bis zum 850 m hohen Gipfel weitergehen.

Oben angekommen machen wir es uns zwischen dem Troll-Felsen gemütlich und essen zu Mittag. Das Wetter klart allerdings nicht wieder auf und erst als wir wieder den Schnee hinunter zum Gletscher heruntergerutscht sind, sehen wir wieder etwas. Über den Berg Sarkofagen, der die beiden Gletscher teilt und von dem man einen schönen Blick über das Tal hat, geht es weiter zum Longyear-Gletscher. Auch hier kann man gefahrlos über das Eis laufen. In dem angeschwemmten Geröll am Fuß des Gletschers finden sich unzählige Pflanzenfossilien. Trotz des eher schlechten Wetters durchstöbern zahlreiche Sammler die riesigen Geröllhalden. Gegen 6 Uhr abends sind wir wieder zurück in Nybyen.

 

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