Urlaub auf Spitzbergen

Dienstag, 31. Juli 2007

Wanderung zum Nordskiöldstoppen

In zwei Sportgeschäften fragen wir nach Gewehren zum Ausleihen, beide Male sind sie aus. Beim dritten aber sind wir erfolgreich: Baujahr 1939, für 100 Kronen am Tag. Unsere Führerin von der Wanderung zum Trollsteinen hat uns den Nordskiöldstoppen, mit 1050 m der höchste Berg der Umgebung, empfohlen und uns den Weg auf der Karte gezeigt. Prinzipiell kann man sich in der Umgebung von Longyearbyen aber eigentlich nicht verlaufen.

Der Weg beginnt hinter der Kirche und führt zunächst auf den etwa 500 m hohen Plateau-Berg, eine große, fast ebene Fläche, übersät mit Millionen zerbröckelnden Steinen. Von hier kann man schön in das Longyearbyen-Tal schauen. Ein kleines Rentier begleitet uns auf dem Plateau. Im Süden sieht man den Gletscher des Nordskiöldstoppen. Vor sich hat er einen riesigen Geröllhaufen aufgeschoben. Links vom Gletscher führt der Pfad über die Kante nach oben. Die Aussicht ist phantastisch: drei große Gletscher, das Tal, die nächsten Berge Sarkofagen und Trollsteinen und Dutzende schneebedeckte Gipfel dahinter.

Vom Gipfel führt auch ein Pfad auf der anderen Seite des Gletschers wieder hinunter zum Plateau. Auf der Berkante zu laufen ist abenteuerlich: Rechts und links fallen Geröllfelder zum Gletscher oder zum Tal hinab, das Sediment bröckelt. Später rennen wir über Schneefelder nach unten, um dann auf einem schwarzen Abhang zu stehen: Kohle, die in Spitzbergen fast offen liegt. Der Erdboden in dieser Gegend ist meistens schwarz, sogar über die Gletscher legt sich der Kohlestaub.

Unser Rentier hat unten auf uns gewartet und durch den Matsch des abfließenden Gletscherwassers überqueren wir das Plateau in Richtung SvalSat. Dies ist ein Array aus mehreren Satellitenantennen zum Empfang von Satellitendaten, wie sie auch in Tromsø stehen. Über die lange Straße, die zu der Anlage führt, kommen wir wieder zum Flughafen und zum Campingplatz zurück.

 

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