Wanderung Tromsdalen
Diesen Sonntag haben wir wieder einen Ausflug auf den Berg Fløya, den Hausberg von Tromsdalen, gemacht. Allerdings wollten wir diesmal einen anderen Weg ausprobieren. Der Pfad von der Talstation aus führt sehr weit nach Süden, bis es schlußendlich auf den Berg geht, und ich habe vermutet, daß man auch links der Seilbahnstrecke laufen kann. Die Strecke wäre direkter, vielleicht aber auch steiler.
Den Beginn des Pfades in Tromsdalen haben wir gut gefunden. Ganz oben wo die Häuser aufhören beginnt der Weg. Nach einer Viertelstunde war ich aber schon am aufgeben: Es ging sehr steil nach oben und ich bin bis zur Hüfte in den Schnee eingesunken. Bernd hat sich vorgekämpft und siehe da: einige Meter weiter oben führte der richtige Pfad vorbei. Wir hatten mal wieder eine ungemütliche Abkürzung erwischt.
Der Weg blieb gut bis knapp unter die Bergstation der Seilbahn. Wir sind schnell nach oben gekommen und dadurch, daß der Pfad so nah an der Stadt ist, hatte man immer einen tollen Blick. Auf etwa zwei Drittel der Strecke wurden wir von einem Norweger im T-Shirt überholt, der, bevor wir ganz oben waren, freudestrahlend den Berg schon wieder runtergerannt kam.
Das letzte Stück war steil und der Schnee stark vereist. Wir konnten zwar in die Fußstapfen des Norwegers treten, aber ich habe besser nicht nach oben oder unten geschaut. Man hatte kaum Tritt auf dem Eis. Auf den Bildern sieht man ein bißchen, wie schwindlig einem werden konnte.
Und oben angekommen begrüßt uns das hier:
In der Bergstation haben wir Vesper gemacht und sind schließlich in das Winterparadies Fløya aufgebrochen. Der Berg ist sehr beliebt bei den Einwohner von Tromsø. Mit der Seilbahn ist er schnell und bequem erreichbar, man hat eine phantastische Aussicht und Schnee und Berghänge in allen Variationen. Wenn man zu Fuß auf den Berg gekommen ist, soll man sogar umsonst mit runterfahren dürfen, aber die letzte Fahrt ist leider schon um 17:00 Uhr.
Auf dem Weg zum Gipfel haben wir unzählige Eisformationen entdeckt. Es hat schon lange nicht mehr stark geschneit und war sehr kalt gewesen im Februar. Der Wind hat den Schnee teilweise bizarr geformt und in dieser Form ist er eingefroren. So stellt man sich die Antarktis vor.
Ganz feiner Schnee wurde vom Wind auf dem Boden entlanggetrieben und kurz vor dem Gipfel wurden wir von einer Schneewolke eingenebelt, die sehr schnell von den Bergen Richtung Stadt geweht hat. Kurzzeitig war die Sicht eingeschränkt, dann lag die Stadt im Nebel. Und so schnell wie es kam, war es auch wieder vorbei und über uns erstrahlte ein unglaublich blauer Himmel.
Wir waren gerade rechtzeitig an der höchsten Stelle, um den Tromsdalenstind im Glanz des letzten Sonnenlichts zu sehen und den Sonnenuntergang über dem Fjord zu betrachten.
Wenn man gestanden ist, wurde es aber schnell kalt. Da ist es natürlich praktisch, wenn man einen Tannenbaum im Rucksack hat! Ja, unser Weihnachtsbaum ist mittlerweile gut getrocknet und hat eine ganze Weile gebrannt.
Nachdem wir uns aufgewärmt hatten, ging es bergab. Fliegend, sozusagen. Den größten Teil des Weges sind wir gerannt. Es war steil, und es war Tiefschnee; es macht unglaublich Spaß, so den Berg runterzurennen. Stellenweise waren es dann wieder Eisplatten, was das ganze abenteuerlich gemacht hat.
Abenteuerlich war der Weg aber auch. Hier ist noch niemand vor uns gelaufen und wir hatten nur eine Ahnung, daß man an dieser Stelle ins Tal kommen könnte. Tatsächlich führen hier viele Bäche vom Berg ins Tal, die vom Schnee natürlich bedeckt waren. Auf der einen Seite waren wir schnell unterwegs, weil wir uns nicht um Sträucher und ähnliches kümmern mußten, aber man konnte auch tief einsinken. Spalten gibt es in dieser Gegend aber nicht.
Wir sind dann auch ohne Probleme ins Tal gekommen und konnten die gespurte Langlaufloipe, die zum Tromsdalenstind führt, wieder zurück gehen. Ein wunderbarer Rundweg! Die höchste Stelle war etwas über 600 Meter (die Bergstation der Seilbahn liegt auf 430 Meter) und wir waren insgesamt acht Stunden unterwegs. Als wir wieder in Tromsøya waren, haben wir sogar noch Nordlichter gesehen.










