Oslo - Fram-Museum

Städtereise Oslo

Samstag, 24. März 2007

Fram-Museum

Mittagessen vor dem Museum. Im Sommer kann man vom Rathausplatz mit dem Boot direkt zu dem Fram- und Kon-Tiki-Museum auf die Insel Bygdøy fahren. Im Hintergrund sieht man eine der großen Fähren.

Auf dem rechten Bild ist das Fram-Museum. Es ist dreieckig, weil es direkt um das Schiff gebaut wurde. Auf vier Etagen sind in Galerien Ausstellungen angebracht und vom obersten Stock kann man auf und in das Schiff gehen.

Geschichte - Die Polarforscher und die Reisen der Fram

Der Bau der Fram wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Fridtjof Nansen in Auftrag gegeben. Der Norweger Colin Archer hat das Holzschiff gebaut. Ihre erste Reise war die Arktis-Expedition Nansens in den Jahren 1893-1896. Nansen wollte über die nordsibirischen Inseln den Nordpol erreichen. Dafür ließ er die Fram absichtlich im Winter einfrieren und mit dem Packeis treiben. Seine Konstruktion war erfolgreich; das Schiff wurde auf das Eis gehoben und nicht zerdrückt. Die Strömung war jedoch nicht genau so wie er vermutet hatte und die Fram wurde nicht nah genug zum Nordpol getrieben. Zusammen mit Hjalmar Johansen verließ Nansen deshalb das Schiff, um mit Skiern zum Nordpol zu gelangen. Sie stießen vor bis auf 86 Grad und 14 Minuten. In der Zwischenzeit verbesserte sich die Situation für die Fram und sie wurde bis fast auf dieselbe Breite getrieben. Nach zwei Wintern erreichten die Fram sowie die zwei Skifahrer wohlbehalten Spitzbergen und später Tromsø.

In den Jahren 1898-1902 benutzte Otto Sverdrup die Fram für die Erkundung der nord-kanadischen Inselwelt. Er hatte schon die erste Expedition neben Nansen geleitet. Auf dieser Reise überwinterte die Fram drei Mal, bevor sie wieder aus dem Packeis freikam. Die Zeit nutzte Sverdrup zur Erforschung der Umgebung.

Roald Amundsen machte sich in dieser Zeit ebenfalls als Polarfahrer einen Namen. In den Jahren 1903-1906 segelte er mit dem Schiff Gjøa, das ebenfalls vor dem Fram-Museum ausgestellt ist, zuerst durch die berüchtigte Nordwestpassage. Von diesem Weg vom Atlantik in den Pazifik durch die arktischen Gewässer versprach man sich seinerzeit enorme Vorteile für den Handel. Die Route hat heute wegen der schwierigen Wetter- und Eisverhältnisse aber wenig Bedeutung.

1910 benutzte Roald Amundsen die Fram für seine Südpol-Expedition. Ursprünglich wollte er den Nordpol erreichen, änderte seine Pläne jedoch kurzfristig - der Wettlauf zum Südpol mit dem Briten Scott beginnt. Die beiden Expeditionen unterschieden sich jedoch stark: Scott schlug sein Lager in der Nähe der heutigen McMurdo-Station am Ross-Meer auf und benutzte die von Shackleton bekannte Route durch die Transantarktische Bergkette. Er setzte auf Ponys und moderne Kleidung für seine Mannschaft, was sich später als Fehler erweisen sollte. Amundsen orientierte sich an den Inuit und vertraute auf Schlittenhunde und Fellkleidung. Sein Ausgangslager ("Framheim") befand sich näher am Südpol, dafür führte seine Route durch unbekanntes, schwieriges Gebiet durch die Transantarktischen Berge.

Nach einer Zeit der Vorbereitung verließen Amundsen und seine Männer die Fram mit Hundeschlitten auf dem Weg zum Südpol. Die Reise verlief ohne schwerwiegende Probleme und sie erreichten den Südpol einen Monat später im Dezember 1911. Scott erreichte den Südpol ebenfalls einen Monat nach Amundsen. Demotiviert durch das verlorene Wettrennen, die eisige Kälte und Fehler in der Logistik kam die Gruppe auf dem Rückweg ums Leben.

Amundsen wurde bei seiner Rückkehr mit der Fram zum norwegischen Nationalhelden, während die internationale Presse vom Tode Scotts überschattet wurde. In den folgenden Jahre interessierte sich Amundsen sehr für die aufkommende Luftfahrt und überquerte in einer spektakulären Reise mit einem Luftschiff den Nordpol. Im Jahre 1928 stürzte das Luftschiff von Umberto Nobile auf dem Weg in die Arktis ab. Eine umfangreiche Rettungsaktion wurde gestartet, die sehr schwierig verlief. Nachdem die Überlebenden auf dem Eis lokalisiert wurden, waren Bergungsversuche mit Flugzeugen immer nur teilweise erfolgreich. Ein russischer Eisbrecher erreichte die Männer schließlich und nahm sie an Bord. Roald Amundsen verließ Tromsø mit dem Flugzeug auf dem Weg zur Rettung der Mannschaft von Nobile und kam nie zurück.

Bilder aus dem Fram-Museum

Die Fram ist speziell konstruiert worden, um im Packeis treiben zu können. Durch die steile Form wird sie vom Eis angehoben und nicht zerquetscht. Im rechten Bild das Heck der Fram.

Das berühmte Telegramm von Amundsen an Scott, daß das Wettrennen zum Südpol eingeleitet hat. Amundsen war mit der Fram schon auf der Höhe von Madeira, als er die Crew in seine Antarktis-Pläne eingeweiht hat. Der Brite Scott war schon unterwegs zum Südpol.

Die Fram.

Auf dem Deck.

Küche und Innenraum in der Fram.

Schlitten und Skier der Antarktis-Fahrer (links). Und schon damals haben die Abenteurer die Tütensuppen von Knorr mit auf ihre Reisen genommen :-)

Kabinen in der Fram. Das Schiff war recht komfortabel, hatte aber sehr schwierige Fahrten. Kein Holzschiff war jemals weiter nördlich und südlich.

Modell der Fram.

Das Schiff Gjøa, mit der Amundsen die Nordwestpassage durchsegelt hat, und ihre Route.

 

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