Mitternachts-Spaziergang
Der erste schöne Tag, seit wir aus Visby zurück sind! Und heute ist Sommersonnenwende, der Tag an dem die Sonne am höchsten steht. Trotzdem wird sie noch einen Monat lang nicht untergehen nachts.
Gegen acht Uhr am Abend brechen wir auf zum Hausberg von Tromsø. Den Aufstieg entlang der linken Flanke geht schnell: Unzählige Schnaken und anderes Zeugs haben den Schnee abgelöst - was äußerst unangenehm ist. An der Bergstation angekommen, atmen wir auf: kühle Luft, keine Schnaken und weite, ehemals Eisflächen haben sich in Heidelbeerfelder verwandelt, die allerdings noch nicht reif sind. Wir gehen gemütlich weiter und finden sogar einen kleinen Gletschersee, der sein Wasser aus einem der letzten größeren Eisfelder direkt darüber bezieht. Ein paar Vögel sind dort auch zu beobachten. Ein Stückchen darüber finden wir eine versteckte Wanderhütte mit einer Bank davor - perfekt. Hier richten wir uns ein, packen unser Vesper aus, kochen und genießen den Ausblick.
Um Mitternacht gibt es in der Ferne Touristen zu beobachten, doch gegen 1 Uhr nachts, als die Sonne am tiefsten steht (tja, die Zeitverschiebung), können wir die "Mitternachtssonne" ganz alleine genießen. Ein bißchen ist es, wie wenn man zum Ende der Welt läuft und über den Rand schaut - es ist schon ein besonderes Erlebnis, mitten in der Nacht die Sonne im Norden stehen zu sehen. In strahlendem Sonnenschein der weiter nach Osten ziehenden Sonne machen wir uns auf den Rückweg und sind um vier Uhr morgens wieder zu Hause.

















