Winterwanderung Kjølen
Nachdem wir letzte Woche dem Berg Fløya einen Besuch abgestattet haben, ging es diesmal in die andere Richtung: nach Kvaløya. Die höchste Erhebung auf diesem Teil der Insel ist der Berg Kjølen mit 790 m. Von dort sieht man auf der anderen Seite das Meer.
Wir sind die Rundstrecke letzten Sommer schon einmal gelaufen. Es ist erstaunlich, wie anders alles durch die hohe Schneedecke aussieht. Waren es vorher noch Sträucher und Geröll, ist jetzt alles nur noch eine endlose Eisfläche. Wenn der Schnee hart ist, läuft es sich sogar angenehmer: man läuft über alle Unebenheiten hinweg und den Berg hoch ist es wie beim Treppensteigen.
Allerdings waren nicht viele Leute unterwegs, und wir sind keinen Fußspuren gefolgt. Am frühen Nachmittag haben wir zwei Skifahrer mit Paraglidern in der Ferne gesehen, und zwei Skifahrer sind uns ein Stück weiter oben begegnet.
Auf etwa halber Höhe mit wunderbarem Blick auf die Stadt haben wir Rast gemacht. Zum Essen gab es Brot mit Käse und Salami und Nudelsuppe. Unser guter Kocher funktioniert auch bei Minusgraden! Und rechtzeitig zum Essen kam auch die Wolke hinter den Wolken hervor. Gefühlsmäßig war es heute aber wärmer als letzte Woche.
Von nun an war der Weg etwas beschwerlicher, weil der Schnee nicht richtig festgefroren war. Mit jedem Schritt ist man durch eine dünne Eisschicht gebrochen und teilweise knietief eingesunken. So haben wir für ein paar hundert Meter länger als sonst gebraucht. Die Aussicht auf die untergehende Sonne hinter der Bergkette und die Eisformationen haben aber für die Mühe entschädigt. Und wir haben auch den Berg noch erreicht - und das Meer gesehen.
Mit dem restlichen Tee und Keksen gestärkt ging es wieder auf den Rückweg. Aus meiner Hoffnung, mit unserem Sack den Berg herunterrutschen zu können, wurde aber doch nichts. Zu gefährlich in der Dämmerung, in der man im Schnee kaum Kontraste sieht, und die Hänge zu steil. Die Plastiktüte rutscht ja auch immer nur auf direktem Weg nach unten, und da hat Bernd (sehr zu Recht) Schneewehen vermutet, so daß wir gut daran getan haben, immer schräg am Berg zu laufen.
Außerdem kommt aus diesem Gebiet aus mehreren Stauseen unser Trinkwasser, und wir wollten nicht gerade über einen nicht-erkennbaren See laufen. Hilfe kam aber bald in Form von Markierungsstöcken. Im Sommer kann man sich über all die Stöcke wundern, mit denen hier Wege abgesteckt werden, aber im Winter sind sie als einzige Orientierung Gold wert. Ihnen folgend sind wir schnell ins Tal gekommen und konnten weiter eine Skispur folgen, die uns wieder direkt auf unseren Track geführt hat.
Wieder auf dem geteerten Weg angekommen, haben wir unsere Füße gespürt. Es war doch ein gutes Stück Weg. Insgesamt waren wir elf Stunden unterwegs, für eine Strecke von 27 km, gut die Hälfte davon im Tiefschnee. Aber woher kriegt man sonst solche Bilder? :-)







