Wanderung Ersfjord
Das Wetter war heute wieder wunderschön, der Himmel strahlend blau. Dafür war es letzte Nacht so kalt, daß der Gipfel vom Tromsdalenstind mit Schnee bedeckt war. Morgen sollte es schon wieder regnen. Alles nur Gründe, um sofort aufzubrechen. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eingekauft, gegessen, gepackt und los ging es nach Kvaløya.
Ziel war die markante Bergkette im Südwesten, dessen höchster Berg die Form einer Nase hat (auch einfach nur "Blåmann's Nase" genannt). Der kürzeste Weg dorthin führt aber leider eine Fahrstraße entlang. Nach vielleicht zwei bis drei Stunden erreicht man den Kaldfjord. Hier wird die Landschaft unglaublich schön. Die Sonne war schon am untergehen und hat die Berge von Kvaløya wieder in strahlendes Licht getaucht.
Nach ein paar Kilometern biegt die Straße links ein zum Ersfjord. Der Fjord ist wunderschön. Wir haben hier einen guten Zeltplatz gefunden, mit Blick links auf den Ersfjord, rechts auf den Kaldfjord - perfekt.
Am nächsten Morgen hat uns ein Pfad die Felswand hochgeführt, vor der wir gezeltet hatten. Eine Weile konnte man über Steine laufen, doch weiter hinten begann Sumpfgebiet. Im Sumpf haben wir den Weg verloren. Über die Ebene zu kommen hat uns einige Zeit gekostet und leider haben wir auf der anderen Seite den Weg nicht wieder gefunden. Nachdem wir uns querfeldein an der vor uns liegenden Felswand versucht haben, mußten wir uns dann doch geschlagen geben. Es war sehr schwierig zu laufen über Matsch, Farn und bemoosten, rutschigen Steinen.
Am Ende war es keine schlechte Idee, umzukehren. Wir wären in schlechtes Wetter gekommen, und dann wäre es noch schwieriger gewesen, zurück zu kommen. Ohne Karte nach vorne zu laufen war auch zu riskant. Eine bezahlbare Wanderkarte haben wir leider noch nicht gefunden. Blåmann steht also immer noch auf der Liste, allerdings braucht es dafür gutes Wetter!
Nach einem Mittagessen (wir haben einen neuen Kocher!) sind wir die Straße entlang zurück zu einer Bushaltestelle. Es hat mittlerweile angefangen zu regnen. Ein netter Busfahrer, der eigentlich eine Leeerfahrt gemacht hat, hat uns mit zurückgenommen und uns in einen regulären Bus umsteigen lassen. So konnten wir eine halbe Stunde später am See Prestvannet aussteigen, was uns vier Stunden Laufen gespart hat.


















