Bernd & Natalie

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Mittwoch, 1. November

Payload-Gruppe

Die Arbeit der Payload-Gruppe besteht darin, die Sensoren zu montieren und zu testen. Der Payload (zu deutsch Nutzlast) ist der vordere Teil der Rakete. Die schwere Stahlspitze kann man abnehmen und eine massive Platte in der Aluminiumhülle anbringen. Auf der einen Seite der Platte ist das sogenannte "Housekeeping" angebracht, das die nötige Infrastuktur für den Payload liefert, wie die Stromversorgung und der PCM Encoder, der die Sensordaten sammelt, die dann über die angeschlossene Antenne zur Telemetrie-Station gesendet werden.

Auf der anderen Seite werden die Sensorplatten montiert, die von der Experiment-Gruppe gelötet worden sind. Bevor wir sie jedoch fest anbringen, werden sie von uns nocheinmal getestet, ob sie wirklich funktionieren. Dann müssen die größeren Bauteile richtig fixiert werden, mit vielen Schrauben, Nylon, Kabelbinder und Klebeband. Schließlich muß alles die Beschleunigung und Vibration beim Start überstehen.

Wir haben einen Drucksensor, einen Magnetometer, um den Spin der Rakete zu messen, einen Temperatursensor im Inneren der Rakete sowie einen an der Außenseite. Dazu kommen noch Beschleunigungsmesser in alle drei Richtungen. Die Kabel, mit denen die Sensoren an den PCM Encoder angeschlossen werden, haben wir auch angefertigt.

Die Sensoren an der Hauptplatte zu befestigen ist gar nicht so einfach. Zum einen muß das ganze am Ende auch noch in die Rakete passen, daß heißt die Sensoren müssen sehr flach sein. Der Beschleunigungsmesser in z-Richtung muß zum Beispiel horizontal angebracht werden, so daß wir mehrmals die Platte und Schrauben ändern mußten bis es gepasst hat. Es gab eine schlechte Lötstelle, ein schlechtes Kabel, der PCM-Encoder mußte getauscht werden, weil zwei Sensoren keine Werte geliefert haben obwohl sie funktioniert haben. Und die Probleme mit der Batterie haben sich mit dem Austausch des GSE-Panels gelöst. Es gibt also genug Fehlerquellen.

Das GSE-Panel (Ground Support Equipment) ist eine kleine Box, mit der der Payload an- und ausgeschalten und auch geprüft werden kann. Mit einem Kabel wird die Box direkt an den Payload angeschlossen und kann ihn extern mit Strom versorgen. Das Panel kann die interne Battiere laden, sowie an- und ausschalten. Die interne Batterie liefert nur Strom für fünf Minuten - es ist also wichtig, daß sie möglichst lange geladen wird, sie wird erst eineinhalb Minuten vor dem Start getrennt.

Mit dem Panel können wir auch direkt die Daten von den Sensoren prüfen. Die größten Probleme hat uns das Magnetometer bereitet, das stets falsch kalibriert war sobald die Platte in der Rakete war. Das lag natürlich daran, daß sie dann senkrecht stand und das Magnetfeld dann natürlich anders ist als in waagerechter Position.. Das Problem hat sich also einfach gelöst. Der Potentiometer mußte dann nur noch mit Klebstoff fixiert werden und der Payload wurde fertig eingebaut.

Die Telemetriestation kann nun ihre großen Antennen, sowie eine kleinere manuelle Antenne auf den Payload auf unserem Tisch richten und die Daten empfangen. Der Test verlief dann problemlos.

Nun muß noch ein Balancetest durchgeführt werden. Die Batterie war der schwerste Teil, so daß wir im unteren Teil noch 25 Gramm Gewichte anbringen mußten, bis die Masse symmetrisch verteilt war. Der Payload wiegt jetzt 5,9 kg.

Danach geht es zum Spintest. Die Rakete wird auf eine drehende Platte montiert, der Payload aktiviert, die Kabel entfernt und auf einige Hertz beschleunigt. Die Telemetriestation mißt nun die Daten von der sich drehenden Rakete. Sie wird sich beim Flug mit ca. 4 Umdrehungen pro Sekunde um ihre eigene Achse drehen, weil sie dadurch stabiler fliegt.

Der letzte Test wird mit dem Kabel vom "Blockhouse" zur Abschußrampe durchgeführt. Ein langes Kabel führt von draußen in eine Art Bunker, mit sehr dicken Wänden, wo der Payload Manager während dem Start sitzen wird und den Payload aktivieren wird.

 

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