Bernd & Natalie

Teil 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - 10 - Übersicht

Sonntag, 29. Oktober bis Freitag, 3. November

Aufenthalt in Andøya

Unsere Exkursion zur Andøya Rocket Range ist Teil des Kurses "Satelliten und Raketen" an der Uni Tromsø. Mit uns sind noch neun Studenten von der Universität Oslo hier und mehrere Experten - Ingenieure und Physiker hier von der Range und von verschiedenen Instituten in Norwegen - kümmern sich um uns.

Wir nehmen an einer einwöchigen "Student Rocket Campaign" teil. Dafür wurden wir in vier Gruppen eingeteilt, die jeweils verschiedene Aufgaben wahrnehmen. So ist eine Gruppe für die Rakete selbst zuständig, während die Experiment-Gruppe die Sensorplatten lötet, die später während dem Flug der Raketet Daten aufnehmen soll, beispielsweise die Temperatur oder den Druck. Die Payload-Gruppe (Nutzlast) kümmert sich um die Integration und Tests der Sensorplatten, und die Telemetrie-Gruppe wird dann während dem Flug der Rakete die Daten empfangen. Unsere Rakete wird voraussichtlich am Donnerstag starten, und eine Höhe von 10 km erreichen.

Neben dem Basteln der Rakete haben wir eine Reihe verschiedener Vorlesungen. Wir haben einen Raketenexperten vom norwegischen Militär hier, der uns viel über Raketentechnik erzählt hat. Ein Wissenschaftler hat heute Vorträge über Forschungsraketen und deren Instrumentation geredet, wie sie für die Erforschung der mittleren Atmosphäre eingesetzt werden. In den polaren Gebieten gibt es eine ganze Reihe interessanter Phänomene in dieser Höhe.

Die Andøya Rocket Range wird ausschließlich für Forschungszwecke genutzt. Sie liegt direkt am Meer und ist auf die Landseite durch fast senkrechte Felswände geschützt. Wenn Raketen gestartet werden, wird die einzige Straße gesperrt, die vorbeiführt. Gestartet wird immer Richtung Meer. Die Forschungsraketen, die bis zu 1600 km erreichen können (die größte Rakete war 25 m lang und wog 7 Tonnen!), werden nicht aktiv gesteuert, das heißt sie fallen irgendwo ins Meer und ein Boot fährt dann dort hin und sammelt sie wieder ein, wenn sie sehr teuer waren oder Proben von der Atmosphäre mitgebracht haben.

Es gibt eine ganze Reihe weitere Instrumente zur Untersuchung der Atmosphäre in Andøya, unter anderem mehrere Lidars und mehrere Radare. Diese Instrumente können unabhängig, aber auch zusammen mit Raketen eingesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, von einer ähnlichen Site in Spitzbergen simultan Raketen zu starten. Zusätzlich werden vor und nach Raketenstarts Balloons gestartet, um Windprofile der Atmosphäre zu bestimmen.

Zur Range gehört auch das "National Centre for Space-related Education" (NAROM), wo wir untergebracht sind. Neben einem Wohnbereich und Speisesaal gibt es hier in einer Reihe von Gebäuden viele Büros, Labors und Seminarräume. Die Gebäude sind sehr modern, es gibt freies WLan, Tischtennis und Billiard, sowie viele sehr gemütliche Aufenthaltsräume. Andøya liegt sehr einsam, deshalb kann man einen schönen Sternenhimmel und Nordlichter sehen nachts. (Es gibt auch einen tollen Strand, aber das Klima ist zum Baden nicht geeignet! :-))

So, drückt uns die Daumen daß die Rakete am Donnerstag nicht am Boden explodiert, oder die Batterie nicht funktioniert und wir deshalb keine Daten empfangen oder dies oder das.. :-). Wir melden uns wieder!.

Hier ist ein Luftphoto aus dem Sommer.
Und hier ist unser Programm.

 

Valid XHTML 1.0 Strict